Deutschlandtour – Tag 07

04.06.2014

Unerwartetes
Nach dem dürftigen Abendessen gestern Abend, war ich angenehm überrascht über das Frühstück. Reichhaltig und lecker! Nach der Stärkung wird, wie schon gewohnt, das Rad gepackt und die heutige Etappe beginnt. Wie üblich, tue ich mich erst einmal schwer, aus dem Ort die richtige Richtung zu finden. Dann aber fahre ich auf gut ausgebauten Radwegen entlang der Bundesstraßen in Richtung Travemünde. Ich wähle nicht, die Küstenstrecke, sondern die Strecke durch den Nationalpark Holsteinische Schweiz. Dementsprechend kommen einige Steigungen zusammen. Die geschwungene Landschaft entschädigt hierfür. Viele nette Aussichten zeigen sich.

Holsteinische Schweiz Haus am See in der Holsteinischen Schweiz

Zwischendurch weisen mich die Radwegweiser bei Schönwalde in die Irre. Ich möchte gern nach Neustadt und plötzlich sehe ich einen Wegweiser dorthin. 10,8km sollen es sein. Gut, ich folge dem Hinweis, fahre eine recht üble Strecke durch einen Wald, um dann, natürlich nach einer Steigung, vor einem weiteren Wegweiser zu stehen, der eine Restentfernung von 12,4km angibt. Hier stimmt doch irgendwas nicht. Ich frage eine Anwohnerin, die sich um ihre Gartenanlage kümmert. Sie sagt mir, dass ich hier vollkommen falsch bin, um nach Neustadt zu gelangen. Sie gibt mir den richtigen Tipp und von da an gelingt es auch.
In Neustadt sind Radwege entlang der Straße ausgeschildert, die unter aller Kanone sind. Das sorgt dafür, dass sich meine Notreparatur mit den Kabelbindern verabschiedet. Ist ja auch irgendwo kein Wunder, wenn das ganze Gewicht der Tasche nur an diesen lumpigen Plastiklaschen hängt…
Mit den letzten beiden Kabelbindern, die ich noch dabei habe, flicke ich die Notreparatur wieder. Aber es ist abzusehen, dass das nicht das letzte Mal gewesen ist, dass mich dieses Problem ereilen wird. Deshalb halte ich an einer Autowerkstatt, an der mir der nette Werkstattmeister 10 weitere Kabelbinder schenkt. Vielen Dank!
Ich frage noch nach dem günstigsten Weg nach Travemünde und fahre weiter. In Travemünde nutze ich die Fähre, um mir das Gewühl in Lübeck zu ersparen.
Gleich hinter Travemünde beginnt dann der Ostsee-Küstenradweg. Ich freue mich auf ein entspanntes radeln entlang der Küste…
Hat sich was – der Küstenradweg entpuppt sich als übelst hügelige Angelegenheit. Ständig wechselt die Höhe von Meereshöhe auf die höheren Lagen der Steilküsten. Teilweise muss ich vorn das kleine Kettenrad bemühen, um die teilweise richtig heftigen Steigungen zu bewältigen. So hatte ich mir das hier nicht vorgestellt. Unterwegs mutmaße ich sogar, die Hügel wurden extra für die Touries angeschüttet ;-). Eine schöne Strecke ist es trotzdem. Leider musste ich mich so ärgern, dass ich kaum mehr an Bilder dachte… Eines aber, was mir besonders gefiel – eine Streckenführung über eine Bretterkonstruktion über sumpfiges Gebiet:

Ostsee-Küstenradweg

Die weitere Strecke bis nach Wismar gestaltet sich ähnlich hügelig, so dass an diesem Tag unerwartet viele Höhenmeter zusammen kommen.
Als Unterkunft wähle ich heute die Jugendherberge in Wismar. Vergleichbar teuer, wie die gestrige, aber heute, an meinem Geburtstag, möchte ich das Zelt nicht aufbauen.
Es ist, glaube ich, das erste Mal. dass ich meinen Geburtstag fern von daheim und dazu noch allein erlebe. Das ist schon ein komisches Gefühl – die daheimgebliebenen fehlen mir!
Jetzt muss ich hier allein anstoßen – und dafür braucht man zwei Flaschen… Prost!

Zusammenfassung

Tages-km: 135,35km
Gesamt km: 818km
Fahrzeit: 06h 58min
VØ: 19,4km/h
Gesamt-Fahrzeit: 42h 53min
Tages-Aufstieg: 845Hm
Gesamt-Aufstieg: 1905Hm

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